Veröffentlichungen:
Sport und Zwangsarbeit auf dem Diebsteichgelände
Gutachten für die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
Das Diebsteichgelände ist nicht nur durch die Pläne der Deutschen Bahn, den Bahnhof Altona hierher zu verlegen, in die Schlagzeilen der Hamburger Presse geraten. Auch über die geplante Umgestaltung des Thyssen-Krupp-Geländes – der ehemalige Standort eines Metallhandelsunternehmens – zu einem Ensemble mit Fußballstadion und Musikhalle bei Beibehaltung der historischen Bausubstanz, ist vielfach berichtet worden.
Im Rahmen der Planungen wurde ich von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen mit der Erstellung eines Gutachtens zur historischen Entwicklung des Geländes (Luna-Park, geplantes Radrennstadion, Sportpätze) und der Waidmannstraße (Handelsunternehmen) beauftragt. Ein Schwerpunkt der Untersuchung war die Nutzung der Sportplätze und des Thyssen-Krupp-Geländes als Lager für Zwangsarbeiterinnen und sowjetische Kriegsgefangene durch die Nationalsozialisten. Auf den Sportplätzen gab es neben einem großen Sammellager für rund 600 Zwangsarbeiterinnen, die in der fischverarbeitenden Indiustrie arbeiten mussten, auch eine Kriegsgefangenenlager für sowjetische Soldaten. Sie wurden in der umliegenden Industrie eingesetzt. Beide Lager wurden in den letzten Kriegstagen durch alliierte Bomben zerstört.
Max Brauer. Die Altonaer Jahre 1887–1933
Veröffentlichung des Stadtteilarchivs Ottensen
In dem vom Stadtteilarchiv Ottensen herausgegebenen Band über Max Brauers Altonaer Jahre habe ich in einem Beitrag den Weg des späteren Oberbürgermeisters in die Politik behandelt. Im Verlauf der revolutionären Ereignisse in Altona im November 1918 wurden Brauer und drei andere Sozialdemoikraten vom Arbeiterrat als kommissarische Senatoren in den Magistrat gewählt. Formal konnte der bürgerliche Oberbürgermeister Bernhard Schnackenburg ohne ihre Genehmigung keine Entscheidung mehr treffen. Tatsächlich arbeiteten sie zusammen, um eine Übernahme der politischen Macht durch den linksradikalen Arbeiter- und Soldatenrat im Hamburger Rathaus zu verhindern.
Hamburg in der Novemberrevolution von 1918/19
Dynamiken der politischen und gesellschaftlichen Transformation in der urbanen Metropole
In dem von Johanna Meyer-Lenz, Franklin Kopitzsch und Markus Hedrich herausgegebenen Sammelband stelle ich die die Entwicklung der revolutionären Ereigniss in der Industrie- und Garnisonsstadt Altona, gleichzeitig Sitz des Generalkommandos des Stellvertretenden IX. Armeekorps, vor. In Altona kreuzten sich verschiedene Entwicklungsstränge. Neben den Aktionen auf der Straße, in den Kasernen und Fabriken haben die von den Sozialdemokraten und dem bürgerlich-konservativen Oberbürgermeister "quasirevolutionären" Maßnahmen nicht nur die Dynamik der radikalsozialistischen Bewegung in Hamburg gebremst, sondern Altona auch in der jetzt wieder aktuellen "Großhamburg-Frage" neu positioniert. Die Altonaer Sozialdemokraten hatten in einem revolutionären Akt dem Bürgermeister vier kommissarische Senatoren an die Seite gestellt. Damit wollten sie verhindern, dass diie Linksradikalen im Arbeiter- und Soldatenrat für Hamburg und Umgebung, die Macht im Altonaer Rathaus übernehmen konnten. Die Großhamburg-Frage, die schon vor dem Krieg von Altona aufgebracht worden war, weil die Stadt sich wirtscnhaftlich nicht gegen den übermächtigen Nachbarn Hamburg behaupten konnte, gewann im Zuge der revolutionären Ereignisse erneut an Bedeutung, diesmal allerdings unter anderen politischen Zielsetzungen. Die Linksradikalen sahen ein Groß-Hamburg als Bedingung, ihren Vorstellungen in der Diskussion um die politische Neuordnung des Reiches eun zusätzliches Gewicht zu verleihen. Die alten Eliten in Hamburg und Altona dagegen betrachteten diese Frage in erster Linie unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Das Fischerhaus in Blankenese
Hamburger Bauheft 38
Das "Fischerhaus in Blankenese" (Elbterrasse 4/6), eines der wenigen überlebenden urspünglichen Gebäude des einstigen Fischerdorfes Blankenese, wird seit Mitte der 1960er Jahre als Altentagesstätte mit Museumszimmer genutzt. 1927 hatte die Stadt Altona es gekauft, um dort ein Museum einzurichten – ein Plan, der aber nie in die Tat umgesetzt wurde. Jahrzehntelang wurde es privat vermietet.
Seit 2017 wird es denkmalgerecht saniert. Dabei stellte sich heraus, dass das Haus, dessen Alter man ins ausgehende 18. Jahrhundert geschätzt hatte, sich in die Zeit kurz nach 1570 datieren lässt – zumindest Teile des Gebäudes. Auch wenn es seitdem durch viele An- und Umbauten den jeweils aktuellen Bedürfnissen seiner Bewohner angepasst worden war, zählt es doch zu den ältestens Bauwerken Hamburgs.
Leider stellte sich bei den Untersuchungen aber auch heraus, dass die Gebäudesubstanz schwer geschädigt war, so dass sich die Sanierungsarbeiten vorsaussichtlich bis Ende 2022 hinziehen werden.
"Nach dem Abschluss der Renovierung im August 1960 hieß es in einer Mitteilung der für die Sanierung verantwortlichen Freien Stadt: 'Das Haus macht jetzt wieder einen guten, soliden Eindruck.' Ein guter, solider Eindruck: das war das Ziel der vielen kleineren und größeren Reparaturmaßnahmen im Laufe der folgenden Jahrzehnte. An eine denkmalgerechte Sanierung, verbunden mit einer bauhistorischen Bestandsaufnahme, dachte niemand. Währenddessen nagte der Zahl der Zeit hinter dem neuen Putz unentdeckt und unaufhörlich an der Gebäudesubstanz."
"Dankenswerterweise schreibt Autor Stahncke nicht nur über das Haus allein. Vielmehr bettet er ihre Geschichte in die von Blankenese ein. Erst diese Schilderungen, zum Beispiel von der Entwicklung des Fischfangs und der Bebauung des Elbhangs, machen die besondere Bedeutung des Fischerhauses wirklich interessant und verständlich." (Hamburger Abendblatt, 1. Februar 2022)
20 + Schenk + Waiblinger / Schenk Fleischhauer
Zwanzig Jahre Archiktektur
Eine Jubiläumsschrift inmitten des Corona-Lockdowns. Eine Jubiläumschrift, die den Weg eines "poststudentischen Zweimann-Büros" zu einem der führenden Hamburger Architekturbüros anhand zahlloser Bauten – unter ihnen viele preisgekrönte – und Quartiere nachzeichnet. 20 Jahre bedeutet auch der Übergang von Schenk+Waiblinger zu SF. Schenk Fleischhaker. Martin Schenk und Stefan Fleischhaker, der schon in den Jahren vor dem Ausscheiden von Georg Waiblinger, Partner Büropartner war, haben eine besondere Affinität zur Entwicklung von Wohn- und gemischten Quartieren. Es ist die Freude, einen in der Gegenwart funktionierenden und gleichzeitig in die Zukunft weisenden Organismus zu schaffen.
Für diesen Jubliäumsband habe ich die in einer Einführung die Entwicklung und Arbeitsweise des Architekturbüros sowie die gestalterische Persönlichkeit der beiden Architekten Martin Schenk und Stefan Fleischhaker vorgestellt.